Bevor ich zum großen Fazit komme, erzähle ich euch erst einmal, was bei mir die letzten zwei Monate los war.
Meine letzte Woche in Fargo war grandios! Ich habe nochmal alles gemacht, was ich wollte. Rodeo, Nationalpark, See und Strand, Kofferpacken.. leider, Essen gehen, Spaßpark und und und. Der Abschied am Fargo Flughafen, war mehr als schmerzhaft, es fällt mir schwer daran zu denken. An die traurigen Gesichter, die ich hinter der Glasscheibe sah, da ich mich doch noch einmal umdrehte. Mein Trost ist, dass ich definitiv nächsten Sommer wieder hinfahre. Das machte den Abschied 1. nicht so schwer und 2. meine Zeit hier in Deutschland kurzweiliger.
Nach einer 26h Reise mit 9 Stunden warten auf dem Chicago Flughafen, durfte ich dann auch hier wieder meine Familie in den Arm nehmen. Ein tolles aber auch komisches Gefühl. Mit Tränen gegangen, mit Tränen empfangen, bei beiden Familien.
Ja und dann verstrichen die Wochen wie im Flug. Eingewöhnung, Jetlag und co gingen relativ schnell und durch das viele Skypen mit der Gastfamilie, war der Schmerz dann auch schnell weg, meistens jedenfalls. Was ich noch alles gemacht habe? Außer meinen 3 Koffern ausgepackt habe ich mit der Fahrschule angefangen, wo ich sagen kann, dass ich sogar bald fertig bin damit- Fahren macht einfach Spaß! Sport kam auch nicht zu kurz, so nahm ich in kürzester Zeit 4 kg mit anderer Ernährung und einer Mitgliedschaft im Fitnessstudio ab. Weiter so! haha.
Freunde treffen, Hochzeit meiner Schwester vorbereiten, Scrapbook machen, zur Hochzeit gehen, Über Vergangenes und Zukunft nachdenken, sich in der Schule blicken lassen, Filme schauen, Bibliotheksausweis machen lassen, Sachen basteln, Zimmer entmüllen und und und.
Wie ihr seht war es mir nicht langweilig. Ach und kulturell weiterbildend ging es auch noch für 10 Tage nach Italien- Dolomiten, Gardasee, Lago Maggiore- TOLL!
Jetzt habe ich noch 2 Wochen bevor die 11. Klasse in alter Schule mit neuen Mitschülern und anderem Gefühl losgeht. Aber wie gesagt, solange man weiß, dass es nächstes Jahr wieder losgeht, schafft man auch die 11 und dann auch die 12. Was ich geplant habe für die nächsten 2 Wochen? nach Berlin fahren, Sachen basteln, Freunde treffen, Theorieprüfung machen, Fitnessstudio.
Noch ein paar letzte Bilder aus Amerika:
| in Itasca (Quelle des Mississippi) |
| Auf den Felsen klettern |
| Go Kart Fahren am letzten Tag |
| Fun! |
| auf dem Flughafen :( |
So und nun komme ich mal zu meinem Fazit.
Alex's Fazit des High School Jahres
Man kann ein High School Jahr nicht pauschalisieren, man kann es nicht vorhersagen, nicht planen. Doch was man zum High School Jahr sagen kann, ist, dass es für jeden einzigartig ist. Ob es nun gut oder schlecht läuft, es bringt auf jeden Fall neue und viele Erfahrungen.
Mein Fazit des Jahres ist: TOLL TOLL TOLL!
Auch wenn ich vor dem Jahr einige oder sogar viele Unannehmlichkeiten durchgemacht habe, hatte es sich doch im letzten Moment zum Guten gewendet. Mit dem Essentiellen: der Gastfamilie, bei der meine Organisation leider kläglich versagt hatte.
So kam ich also, wenn auch 2 Wochen verspätet, endlich und zum zweiten mal in Fargo, MEINER stadt an. Ich hätte mir keine bessere Gastfamilie wünschen können. Es hat halt einfach gepasst auch mit meiner Gastschwester Robin, mit der ich auch jetzt nach meiner Heimkehr einen sehr guten Kontakt habe. Zur Rest der Gastfamilie übrigens auch. Und da die Gastfamilie nun mal das Wichtigste des Jahres ist, kann ich sagen, dass mein Jahr größtenteils so toll war wegen ihnen.
Ich meine, sie haben mich überall mithin genommen, wir waren auf Reisen, es war ein harmonisches Verhältnis und sie können es alle nicht erwarten, wenn ich nächsten Sommer komme.
Was macht man in einem High School Jahr? Natürlich zur High School gehen. Klar macht man sich vor dem Jahr Gedanken, wie es wohl ist, auf einer High School zu sein und dann gehen einem diese Filme durch den Kopf, bei denen es von Klischees nur so wimmelt. Am Anfang denkt man wirklich man ist einem Film, wie z.B. als ich mit meiner Schule damals schon für 3 Wochen in Fargo war. Man dachte, die Schule ist wie im Film und das wäre normal. Wenn man jedoch länger an der Schule ist, kriegt man mit, dass es eben doch nicht so wie im Film ist. Auch an Fargo North gibt es einen Alltag und normale Menschen, die sich bemühen, ihr bestes zu geben. Was ich an dem Amis schätzen gelernt habe, ist nicht die Oberflächlichkeit, sondern die Offenheit. Es wird eben auf einen zugegangen, auch wenn man dann nicht gleich Freunde ist, fühlt man sich Willkommen. Wie ihr wisst, habe ich den Großteil meines Tages in der Schule verbracht mit Cheerleading und Tennis und co. Ich muss sagen, ich vermisse den Schulalltag und das tägliche Training danach. Das ist etwas, was man in Deutschland mal einführen könnte. Also, um hier mal zu einem Ende zu kommen: Schule (Beste Schule North Dakotas) bekommt von mir ein großes Lob!
Was man außerhalb der Schule macht? Freunde treffen natürlich! Und da muss ich sagen, brauchte ich wirklich 3 bis 4 Monate, um zu unterscheiden, wer meine richtigen Freunde sind. War ja auch nicht so schlimm, ich meinte 2, 3 Freunde hatte ich von dem vergangen Austausch ja sowieso noch. So beschränkte sich mein Freundeskreis auf ca 5 um Weihnachten. Ab dem zweiten Semester sah das ganze schon anders aus, da durch Stundenplanumstellung auch andere Freundschaften wuchsen. Die letzte Zeit war eigentlich die Beste, da ich wirklich wusste, wo ich dazugehörte. Doch bekanntlich soll man dann aufhören, wenn es gerade am schönsten ist. Ich hätte mir manchmal gewünscht, die Freunde öfter zu sehen, was leider durch fehlende öffentliche Verkehrsanbindung kaum möglich war außerhalb der Schule. Da sind wir schon beim einzigen Negativen an dem Jahr. Der fehlenden Selbstständigkeit, da es eben wie gesagt kein Bus oder Bahn gibt und Führerschein machen nicht möglich war. Doch was lernt man daraus? Genau, die CVAG hier in Chemnitz zu schätzen. Was ich anders machen würde, wenn ich nochmal die Chance hätte, ein solches Jahr zu machen? Definitiv öfter fragen, ob mich jemand wohin fährt. Aber was solls, vorbei ist vorbei und ich konnte mich schon glücklich schätzen in einer Stadt zu wohnen.
Zuletzt noch ein paar persönliche Einschätzungen. Ich denke, ich bin in dem Jahr gewachsen, habe gelernt auf Menschen zuzugehen, an Reife und Erfahrungen gewonnen. Auch wenn das einige nicht so sehen, ich behaupte es jedenfalls und dann ist es mir auch egal, was andere sagen, denn man muss erstmal so ein Jahr machen, ehe man drüber urteilen darf. Denn allein in der Fremde ist etwas, was nur die nachvollziehen können, die es selbst erlebt haben.
Was bleibt mir also jetzt nach einem solchen Jahr? Die Gewissenheit, Freunde auf der anderen Seite der Welt zu haben, eine Sprache bzw sogar einen Dialekt fließend zu sprechen, eine gewachsene Gelassenheit in einigen Sachen, ein Reiseziel für spätere Jahre und einfach Erinnerungen, die mir keiner nehmen kann.
Ein letzter Satz: Wenn ihr die Möglichkeit dazu habt und euch ein wenig traut, MACHT ES!
So ich hoffe, euch hat mein Blog gefallen über das Jahr. Ich denke, ich werde bald einen neuen Blog eröffnen "Alex back to life" oder so. Mal sehen. Bis dahin und haltet die Ohren steif!
Eure Alex
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